- Reflexion: Sich bewusst machen, welche Werte im Team vorhanden sind und wo Unterschiede liegen. Diese Unterschiedlichkeit führt häufig zu Unstimmigkeiten oder Streit, sie kann aber auch bereichernd für die Erfüllung des Teamauftrags wirken.
Für das Führungsverhalten spielen insbesondere die eigenen Werte eine große Rolle. Sie bilden den eigenen Maßstab, wie Situationen, Informationen oder Ergebnisse bewertet werden.
Einen guten Anhaltspunkt geben hier die sogenannten Metaprogramme. Sie beschreiben die Tendenzen, wie ein Mensch Informationen aufnimmt und verarbeitet.
Eines der schönsten Beispiele, welches ich je gehört habe, kommt von einem ehemaligen Seminarteilnehmer: „Für meinen Mitarbeiter sind selbst 99% noch nicht genug. Ich denke mir, hier bei dieser Tätigkeit, für das was wir letztendlich brauchen, sind schon 80% Weltklasse.“ Wer hat jetzt recht? - Unterschiedlichkeit kommunizieren: Offene Diskussionen über Werte und deren Bedeutung führen. Hierbei transparent machen, dass die Unterschiedlichkeit bestehen bleiben darf und bestehen bleiben soll. Hierbei helfen gemeinsame Leitlinien – bzw. ein Prozess, der aushandelt wie mit unterschiedlichen Meinungen, Sichtweisen oder Prioritäten umgegangen wird, so dass das Team den Team-Auftrag bestmöglich erfüllen kann.
- Eine gemeinsame Team- oder Unternehmenskultur kann ebenfalls helfen, die Zusammenarbeit mit gleichbleibend unterschiedlichen Werten zu definieren. Solche Leitlinien sind keine starren Vorgaben, sondern Inspirationsquelle, wie unser persönlicher Beitrag für eine gelungene Zusammenarbeit aussehen kann.
- Reflexion der eigenen Rolle: Viele internale Differenzen entstehen durch persönliche Werte und die Anforderungen, die unsere berufliche Rolle mit sich bringt. Hier hilft die Akzeptanz, dass diese innere Unterschiedlichkeit oft nicht aufgelöst werden kann. Daher müssen wir bewusst trennen, zwischen Person und Rolle und dies auch nach außen hin kommunizieren.
- Flexibilität: Akzeptieren, dass Werte nicht in Stein gemeißelt sind und sich anpassen oder verändern können.
Das braucht zwar Zeit, aber dann, wenn wir immer wieder aufs Neue eine gute Erfahrung machen, können wir uns immer wieder neu verändern und doch uns selbst treu bleiben.
Das kann aber nur funktionieren, wenn wir immer wieder die Bestätigung bekommen, dass so wie wir denken, absolut in Ordnung ist – auch wenn unser Gegenüber vielleicht eine völlig andere Meinung hat. - Einerseits streben Menschen nach Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit.
Andererseits brauchen wir das Gefühl von Verbundenheit mit Kolleginnen und Kollegen oder (Gruppen-) Zugehörigkeit. Das schöne Gefühl, Teil der Wertschöpfungskette zu sein. - Status-Sicherheit / Status-Vergleich – Wissen darüber, wo ich im Team stehe, wo ich im Vergleich zu anderen stehe.
- Fairness – z.B. gerechter Ausgleich: Geben und Nehmen in Balance, sowie Gleichbehandlung: alle werden nach den gleichen Kriterien behandelt – die sich aber auch an den individuellen Umständen und Realitäten orientieren können.
- Würdigung des eigenen Weltbildes – hier brauchen wir nicht nur die Würdigung bzw. die Sicherheit, dass unsere Sichtweise gesehen und respektiert wird, sondern auch eine Überschneidung des eigenen Weltbildes zu den Realitäten des Teams. Das ist Aufgabe der Führung.
- Orientierung/ Transparenz (z.B. Rollen- und Aufgabenklarheit, Feedback, Zukunftsaussichten, Entscheidungs-Transparenz …)
das Gegenteil davon wäre, die Beteiligten im Unklaren darüber zu lassen, was ihre konkreten Verantwortlichkeiten sind – bzw. diese sich laufend ändern – und keine eindeutigen Richtig-Falsch-Rückmeldungen zu geben. Dadurch wird jeder Mensch immer mehr verunsichert, bis hin zum Verlust des Gefühls, sich selbst als wertvoll zu erleben. - Vergangenheit – Zukunft: nutzt das Gegenüber bei Durchdenken der Arbeit eher Prognosen (Zukunftsaussichten) oder greift es mehr auf Erfahrungen aus der Vergangenheit zurück?
- Hin-zu – Weg-von: stehen eher die Lösung oder das Problem im Fokus? Lässt sich das Gegenüber eher durch ein wunderbares Ziel oder die Gefahrenabwehr motivieren?
- Detail – Überblick: beginnt das Gegenüber eine neue Arbeit zuerst mit der Betrachtung von Details oder braucht sie zunächst das Gesamtbild?
- Proaktiv – Reaktiv: Provokant und vereinfacht ausgedrückt könnte man es folgendermaßen formulieren: 100% proaktive Menschen handeln, ohne nachzudenken, während 100% reaktive Menschen hauptsächlich nachdenken, aber nie handeln
- Abholen und einladen zur Diskussion
- Input sammeln
- Input zusammenfassen und Vereinbarungen treffen bzw. Aufgaben verteilen
- Den Mitarbeitenden zuhören – noch viel mehr als früher – und ihnen ihre Meinung lassen. Versuchen wir sie wegzunehmen, werden sie umso mehr daran festhalten.
Dabei geht es nicht darum, eine andere Meinung unhinterfragt stehenzulassen. Es geht darum, sie als Meinung des Gegenübers zu akzeptieren, ohne das Gegenüber zu bewerten und die eigene Meinung gleichberechtigt danebenzustellen.
Sobald das Gegenüber die Sicherheit hat, nicht in Frage gestellt zu werden, kann geklärt werden wie es weitergeht. Hat die Firma bereits Regeln, oder gibt es gar gesetzliche Vorgaben?
Hier muss nicht mehr diskutiert werden. Hilfreich ist hier eine sog. Rollenkommunikation. Bsp.: „Einerseits – als Mensch und Kollege / Kollegin würde ich dir gerne deinen Willen lassen, schon um den lieben Frieden willen. Andererseits habe ich hier, in meiner Rolle als Führungskraft eine Vorgabe die ich einhalten muss. Auf diese muss ich bestehen, wenn ich meinem Auftrag gerecht werden will.“ - Bei Streit bitte niemals versuchen herauszufinden wer recht hat. Hier kann man nur aushandeln, ob wir unsere Aufgaben nicht auch mit unterschiedlichen Meinungen erfüllen können und wie wir hierzu unsere Zusammearbeit gestalten müssen – so dass wir die Teamziele erreichen.
- Werden wir von Zukunftsängsten geplagt, möchten wir nicht beschwichtigt werden. Ängste sind für die betreffende Person real. Wir müssen die Ängste ernst nehmen und den Fokus darauf richten, welche Kompetenzen und Möglichkeiten wir selbst haben, um unsere Zukunft eigenverantwortlich zu beeinflussen.
- Nutzung der sogenannten Schwarmintelligenz durch bewusste Teammeetings. Menschen können nur mental verstehen, wenn sie am gedanklichen Entwicklungsprozess beteiligt sind. So werden Entscheidungen auf der Basis der unterschiedlichen Perspektiven getroffen. Nein, nicht immer leicht. Das erfordert eine stabile Persönlichkeit während der Moderation.
- Gelten im Betrieb Corona-Schutz-Maßnahmen brauchen die Führungskräfte eine klare Haltung dazu. Nur wenn diese klare Haltung zu den Mitarbeitenden getragen wird, werden sie auch befolgt. Wenn nicht, stehen dem Unternehmen unendliche, unfruchtbare Diskussionen bevor.
- Wir brauchen das Vertrauen, dass diese Entscheidungen nicht mit dem Wissen niedergemacht werden, welches wir erst in der Zukunft haben können
- Wir brauchen das Vertrauen, dass wir alle suboptimalen Entscheidungen oder Fehlentscheidungen offen ansprechen können und daraus lernen dürfen
- Offenheit von allen Beteiligten, damit neue Formate und Ideen gefunden werden können (dies ermöglicht Wahrnehmung auf allen Ebenen)
- Abgrenzung zwischen den verschiedenen Belangen (damit Akzeptanz anderen Denkens möglich wird und Lösungen im win-win gefunden werden)
- Aus dem win-win entstehen Synergieeffekte, von denen alle Beteiligten profitieren
- Jetzt haben wir das Wichtigste geschafft: Vertrauen, dass es gut wird
- Probieren geht über Studieren – beim Probieren lassen sich Fehl-Versuche allerdings nicht vermeiden. Sie sind vielmehr fester Bestandteil des Lernprozesses (ein 14 Monate altes Kind fällt pro Tag ca. 100-mal hin – … und steht danach immer wieder auf).
- Fehler können schmerzhaft sein und zur Vermeidung der Wiederholung führen. Fehler können aber auch motivieren, um das erwünschte Ziel zu erreichen. Solange wir Vertrauen haben sowie neugierig und offenbleiben.
- Beobachtung wiedergeben (nur was konkret in dieser Situation wahrgenommen wurde)
- Beschreiben, wie das Wahrgenommene auf einen selbst gewirkt hat – „so habe ich mich gefühlt“
- Den Wunsch formulieren, was man gerne stattdessen hätte
- Die positive Wirkung herausstellen, wenn dem Wunsch entsprochen wird
Persönliche Werte
Persönliche Werte –
Dynamiken und Wechselwirkungen verstehen und gezielt lenken
Werte erkennen und lenken – immer im win-win
Unsere ur-menschlichen Grundbedürfnisse und systemische Gesetzmäßigkeiten bilden zusammen mit unserer Sozialisation ein fest verknüpftes Wertesystem. Wie das eigene Engagement beruflich, persönlich oder familiär zum Erfolg führt, kann man lernen – und dabei die besten Wachstums-Gene aktivieren, die wir uns vorstellen können. Doch wie können wir wissen, welche Dynamiken sich in Teams entwickeln und wie sie zu lenken sind?
Wer kennt es nicht – es ist Sonntag und die Nachbarn fangen an zu bohren. Ob sie das dürfen, ist fast schon egal. Es gehört sich einfach nicht. Sonntags muss es ruhig sein.
Leben oder arbeiten Menschen eng aufeinander, gehört es zum Alltag: der Streit um die Deutungshoheit, was sich gehört und was nicht. Doch wie kommt es dazu?
Die sonntägliche Ruhe, persönliche Kleidungsvorlieben, das Grüßen von Nachbarn etc. sind per Definition keine unerschütterlichen Naturgesetze. Sie sind Ausdruck individueller, manchmal auch kulturell-gemeinschaftlicher Wertvorstellungen.
Der Psychologe Paul Watzlawick hat mit seinem konstruktivistischen Ansatz verdeutlicht, dass unsere Realität nicht objektiv vorgegeben ist, sondern durch unsere Wahrnehmung und Interpretation geformt wird. Unsere Werte entstehen also nicht aus unumstößlichen Regeln, sondern aus Erfahrungen, Erziehung und kulturellen Einflüssen. Ein Beispiel: In manchen Kulturen gilt Pünktlichkeit als ein Zeichen von Respekt, in anderen ist es flexibler und von weniger Bedeutung.
Werte sind Teil von dynamischen Systemen
Werte entwickeln sich nicht isoliert, sondern in Wechselwirkung mit unserer Umwelt. Sie beeinflussen, wie wir Entscheidungen treffen, wie wir Konflikte austragen und wie wir unsere Beziehungen gestalten. Besonders in Teams oder Familien treffen oft unterschiedliche Werte aufeinander – dies kann zu Reibung führen, aber auch gemeinsames Lernpotenzial bergen. Die entscheidende Frage lautet: Wie lassen sich diese Dynamiken konstruktiv lenken?
Werte im Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft
Manche Werte sind stark individuell geprägt, andere sind gesellschaftlich normiert. Während für den einen „Freiheit“ bedeutet, jederzeit spontan handeln zu können, bedeutet Freiheit für jemand anderen, sich auf Regeln und feste Strukturen verlassen zu können. Solche Unterschiede können zu Spannungen führen – etwa, wenn ein introvertierter Arbeitnehmer Ruhe am Arbeitsplatz sucht, während sein extrovertierter Kollege viele Gespräche braucht, um produktiv zu sein.
Werte sind allerdings nicht statisch. Sie ändern sich mit der Zeit. Während vor 50 Jahren Gehorsam und Disziplin in der Erziehung zentrale Werte waren, stehen heute Selbstverwirklichung und individuelle Förderung im Vordergrund. Unternehmen müssen sich dieser Dynamik bewusst sein, um eine moderne und anpassungsfähige Unternehmenskultur zu schaffen und diese gleichzeitig mit den Bedarfen des Unternehmens in Einklang zu bringen.
Strategien zur bewussten Lenkung von Werten in Teams und Organisationen
Wer die Dynamiken von Werten versteht und gezielt lenkt, kann sowohl im persönlichen als auch im beruflichen Kontext nachhaltigen Erfolg erzielen. Werte bestimmen, wie wir unser Leben führen, aber wir haben auch die Möglichkeit, sie bewusst zu gestalten und zu verändern.
zurück zu /
das könnte Sie auch interessieren:
Übersicht
Kraftpaket
Menschenkenntnis
Resilienz-Training

Schulterschluss, mit individueller Führung
Schulterschluss im Team, mit individueller Führung
Führung fällt leicht, wenn wir den Schulterschluss im Team schaffen.
Führungskräfte oder Berater*innen haben den Auftrag, die Aktivitäten von allen Beteiligten auf ein gemeinsames Ziel hin auszurichten.
Für den Erfolg entscheidend, sind sowohl der Team-Auftrag oder die Teamziele, sowie individuelle Aspekte wie Selbstmanagement, Zufriedenheit und Stimmigkeitserleben.
Was die Führungsrolle so herausfordernd macht, ist die Vielfalt an unterschiedlichen Persönlichkeiten und Emotionalitäten. Die Kunst dabei ist, alle Beteiligte so einzubeziehen, dass Schulterschluss und gute Zusammenarbeit entstehen können.
Bei aller Individualität und Verschiedenheit sind die Grundbedürfnisse der meisten Menschen sehr ähnlich.
Diese Grundbedürfnisse bestimmen die Art, wie wir Entscheidungen treffen, Prioritäten setzen und kommunizieren oder Arbeiten delegieren. Wenn wir sie berücksichtigen, können wir schon viel Frieden, Stimmigkeit und Teamspirit in unser Team bringen.
Als Führungskraft, Berater*in oder Trainer*in versuchen wir aber auch individuelle Rahmenbedingungen für Selbstverantwortung und Selbstmanagement zu stellen. Zur Kunst wird Führung nämlich erst dann, wenn wir es schaffen, die natürlichen Tendenzen von Mitarbeitenden zu erkennen und gezielt in der Zusammenarbeit zu berücksichtigen.
Wenn wir die persönlichen Bedürfnisse eines jeden Einzelnen im Blick behalten möchten, wirkt dies auf den ersten Blick wie eine unlösbare Mammutaufgabe. Aber nur auf den ersten Blick.
Einen schnellen und einfachen Einstieg zur individuellen Führung bekommen wir durch die Metaprogramme, die unserem Verhalten zugrunde liegen.
Metaprogramme beschreiben die Tendenzen, wie ein Mensch Informationen aufnimmt und verarbeitet. Dies geschieht unbewusst. Ausschlaggebend sind unsere Werte und Glaubenssätze, welche sich aufgrund unserer Erfahrungen und Sozialisation entwickelt haben.
Das Spannende ist, dass sich die meisten Menschen ihrer Metaprogramme nicht bewusst sind. Trotzdem bilden diese einen wichtigen Teil der (individuellen!) Realität und Persönlichkeit.
Für die Zusammenarbeit extrem wichtige – aber auch leicht zu erkennende – Metaprogramme sind z.B.:
Das gleiche gilt auch für unsere eigenen Tendenzen. Sie sind dafür verantwortlich, wie wir die Welt wahrnehmen, welche Prioritäten wir setzen und was uns ein Gefühl von Sinn und Zufriedenheit in der Arbeit schenkt.
Die Metaprogramme bilden einen sehr guten Einstieg in die spannende Welt unserer Unterschiedlichkeiten.
Für alle die tiefer gehen wollen bieten sich Persönlichkeitsmodelle an.
Allgemein unterstützen uns Persönlichkeitsmodelle beim besseren Verstehen von uns selbst und anderen Menschen im Denken, Fühlen und Handeln.
Im Vordergrund steht das Akzeptieren, dass andere Menschen einen andere Wahrnehmungsfokus haben als wir selbst. Hier können uns Persönlichkeitsmodelle dabei helfen zufriedener, mitfühlender, achtsamer und effizienter mit uns und der zwischenmenschlichen Umwelt agieren zu können – bzw. Konflikte bereits im Vorfeld zu vermeiden und Lösungen zu finden.
Für uns hat sich hierfür das Enneagramm bewährt. Das Enneagramm geht im Vergleich zu anderen Methoden (wie beispielweise die DISG und MBIT-Methode) über die „Momentaufnahme“ zum Zeitpunkt der Beobachtung hinaus. Wahrnehmung und Verhalten können je nach Stimmung und Kontext unterschiedlich ausgeprägt sein. So berücksichtigen nicht alle Methoden, ob sich Menschen in bestimmten Situationen eher ausgeglichen verhalten oder doch mal die ein oder andere Verhaltensweise zeigen.
Wir verstehen das Enneagramm als Hilfsmittel, um zwischen den unterschiedlichen Charaktertypen eine Brücke zu bauen. Eine Brücke, um sich selbst besser zu verstehen und auch um besser verstanden zu werden.
Hierzu braucht es das Wissen, um die unterschiedlichen Perspektiven von verschiedenen Menschen sowie die Offenheit und die Bereitschaft die Welt aus der Perspektive der oder des anderen wahrnehmen zu können.
Dies alles führt zur „erlösenden“ Erkenntnis, dass es nicht die EINE Wahrheit gibt, sondern VIELE Wahrheiten bzw. individuell, konstruierte Wahrheiten – je nach Ausgangslage, Fokus und entwickelter Prägung.
zurück zu /
das könnte Sie auch interessieren:
Übersicht
Seminar
für Führungskräfte

Moderation auf Augenhöhe
Moderation ist mehr, als die Agenda durchzumachen: Inspirierende und lebhafte Diskussionen brauchen eine pro-aktive Steuerung. Oft passiert das, automatisch, unbewusst und alle Beteiligten freuen sich über die tollen Ergebnisse.
Autonom passiert das allerdings nur, wenn der Kontext des Meetings räumlich, inhaltlich und persönlich zusammenpasst. Oder anders formuliert: alle die da sind wollen auch da sein, zeitlich steht niemand unter Druck, alle interessieren sich für das Thema und untereinander versteht man sich.
Diese Voraussetzungen gibt es vielleicht, wenn man sich abends auf ein Bierchen mit Freunden trifft, aber leider nicht zwangsläufig montagmorgens zum Jour fix.
Genau hier sind die professionellen Moderator*innen in uns gefragt.
Auch wenn es mit der Agenda eigentlich nichts zu tun hat, ist der erste Schritt, die Leute da „abzuholen“ wo diese im Augenblick emotional stehen.
Wirkt jemand verschlafen, unter Druck, oder völlig neben der Spur? Das sind Störungen – diese gilt es anzusprechen, damit sie aus dem Unterbewussten raus ins Bewusstsein kommen. Sind sie den Beteiligten erst einmal bewusst, verpuffen sie auch schon meistens von allein.
Zum „Abholen“ gehört auch, eine verbindende, gemeinsame Ausrichtung gleich zu Beginn und die Klärung von Rahmenbedingungen.
„Wir sind heute hier um … zu klären/ entwickeln/ entscheiden etc. Dafür haben wir eine Stunde, wenn wir uns ranhalten, schaffen wir das bestimmt auch sehr gut. Unsere Themen sind …. Hat jemand schon Fragen oder möchte etwas ergänzen?“
Im Meeting geht es jetzt darum, dass alle zu Wort kommen. Was immer hilft, ist die Grundregel, eine Person fängt an, links davon geht es weiter, bis die Runde durch ist. Verschiedene Meinungen sind dabei der Normalfall – die gilt es als Moderator*in auch zu würdigen – als wichtige Unterschiede, die zum Gesamtbild dazugehören.
Ist der*die Moderator*in selbst Teil der Runde, kann es helfen, während der Moderation zu stehen und wenn man selbst an der Reihe ist, sich hinzusetzen. So gelingt ein spielerischer Wechsel zwischen Beteiligung und Moderation bzw. eigener Positionierung und Aufnehmen.
Die Moderation ist nicht nur für den Einstieg des Meetings verantwortlich, sondern auch für den Abschluss. Vor dem Ende werden Ergebnisse noch im Team zusammenfasst und Vereinbarungen getroffen, bzw. Aufgaben verteilt und terminiert. Jedes Meeting endet mit mindestens einem Ergebnis und einer Vereinbarung (oder Aufgabe).
Die Meeting-Phasen:
Klingt eigentlich ganz einfach. Die Herausforderung ist meistens der Umgang mit den großen und kleinen Störungen im Meeting. Zu spät kommen, Augen rollen, unterbrechen, abschweifen, totreden, GAR NICHTS SAGEN ….
Die Liste ist unendlich lang – für jede Störung gilt aber das Gleiche: Störungen haben Vorrang!
Kann man das nicht auch im Zweifelsfall mal laufen lassen? Merkt ja eh niemand? – Jede*r merkt das! Darum, immer ansprechen.
Erst durch das aktive Ansprechen – auf eine würdigende Art und Weise – bildet sich eine konstruktive Meetingkultur im Team. Gleichzeitig machen die Beteiligten dadurch die Erfahrung, dass alle Meinungen willkommen sind und zum Teamergebnis beitragen.
Umso öfter wir so vorgehen, desto besser. Denn es braucht viele Erfahrungen, bis ein Verhalten zur Gewohnheit geworden ist.
zurück zu /
das könnte Sie auch interessieren:
Übersicht

Psychische Stabilität am Anschlag
Resilienz in der Krise
Was macht Corona mit deutschen Unternehmen?
Wir kennzeichnen eine Krise als einen Zustand, in dem ein oder mehrere Grundbedürfnisse in Gefahr sind – und die Betroffenen sich in einem Gefühl der Ohn-Macht befinden.
Je schwerer und weitreichender die Krise, umso „undurchsichtiger“ wird die Dynamik.
Die Verunsicherung der Menschen wird von allen Seiten befeuert. TV, Radio, in der Familie, beim Einkaufen. Sogar die Corona Hilfen wirken wie Zündstoff für Verunsicherung und dem Gefühl „Allein gelassen“ zu werden. Jeden Tag gibt es neue Erkenntnisse, Hypothesen und Schlussfolgerungen, sowohl von Experten als auch von Laienexperten.
Die Dynamik hat sich mittlerweile auch auf die Unternehmen übertragen. Da die Corona-Situation jeden Lebensbereich betrifft, kann die Dynamik nicht mit den herkömmlichen Instrumenten der Team- oder Unternehmensführung gesteuert werden. Die Kettenreaktionen sind nur schwer zu entschlüsseln. Neben Unstimmigkeiten bei den Corona-Schutzmaßnahmen sind die Unternehmen vor allem mit einer Grundstimmung von genereller Verunsicherung und Pessimismus konfrontiert. Im Einzelnen äußert sich das in Mitarbeitenden, die sich antriebslos fühlen, manchmal nahe am Burn-out. Den Menschen fehlt etwas. Sei es Erfolge zu generieren, die Zukunft zu planen, gemeinsam etwas zu entwickeln oder der menschliche Austausch.
Was passiert gerade?
Im Moment erleben wir ständig, dass Führungskräfte, mit besten Absichten, in einen Überzeugungswettlauf eingetreten sind. „So schlimm ist das nicht“, „das wird schon wieder“ und ganz oft auch im Glaubenskrieg zwischen Corona-Maßnahmen-Befürworter*innen und -Kritiker*innen. So gut gemeint und so richtig der Ansatz ist, alle auf eine gemeinsame Linie zu bringen, so sehr reiben sich die Leute dabei aber auch auf.
Bestehende Erfahrungswerte werden außer Kraft gesetzt. Was gestern noch „normal“ war, ist heute hinfällig. Das Verhalten zu Abläufen, Prozessen und Menschen hat sich verändert. Dadurch auch unsere Beziehungen in Arbeit und Freizeit. Ob Homeoffice, Online-Meetings oder ganz private Weinproben – wir brauchen neue Erfahrungen. Erfahrungen die gelenkt werden können.
Denn die evolutionär geprägten urmenschlichen Bedürfnisse sind weiterhin stabil geblieben. Und hier können Unternehmen ansetzten.
Es braucht Führungskräfte, die sich selbst und andere emotional lenken können. Bedürfnisse wie Sicherheit, Selbstbestimmung und Zugehörigkeit sind die Kompetenzen, um gesund durch Krisen zu kommen. Menschen in diesen Grundbedürfnissen abzuholen kann der Start in eine neue Team-Kollegialität, in ein neues Verantwortungsgefühl sein. Es ist die Grundlage für mehr Empowerment für Business und persönliche Entfaltung.
Unternehmen, die in diesen instabilen Zeiten die Gelegenheit nutzen die Führungskräfte in ihrer Resilienz zu stärken, werden die Nase auch in Zukunft vorne haben.
Was können Unternehmen und Führungskräfte machen?
zurück zu /
das könnte Sie auch interessieren:
Übersicht
Vortrag
Ausbildung
Ausbildung
Fehler-Kultur
Fehler-Kultur
Die Ungewissheiten der Zukunft meistern
Jede Entscheidung wird aus einer Situation der Unsicherheit heraus getroffen. Was die Zukunft bringt, kann niemand vorhersagen.
Daher ist es auf jeden Fall achtenswert, dass unter solchen Umständen der Unsicherheit überhaupt Entscheidungen getroffen wurden.
Für mutige Entscheidungen – die nach bestem Wissen und Gewissen getroffen werden – brauchen wir zwei Dinge:
Fehler weisen den Weg, zu mehr Effizienz, decken Ambivalenzen auf, sind Anlass für effektives Ressourcen-Management und vor allem die lebenslange Chance uns persönlich und fachlich weiterzuentwickeln.
Fehler lenken unsere Emotionen. Lernen Sie, diese selbst zu steuern – damit Fehler die Kettenrektionen nach sich ziehen, für die sie vorgesehen sind: für die persönliche und fachliche Weiter-Entwicklung.
Nur wer die eigenen Fehler erkennt und den Mut hat sie einzugestehen, kann daraus lernen und daran wachsen.
Welche Lernprozesse aus der Geschichte mit den Osterruhetagen gezogen werden sind noch offen. Was uns helfen könnte?
Eine Fehlerkultur, auf allerhöchster Regierungsebene aber auch für jede*n Einzelne*n von uns:

Was macht Hoffnung? Wir alle sind bereits Fehler-Expert*innen!
Als Kinder waren wir richtige Profis im Umgang mit Fehlern. Erst mit dem Erwachsen werden tritt an Stelle der konstruktiven Fehler-Nutzung: Unsicherheit, Selbstzweifel oder gar Resignation.
Zum Glück verfügen Kinder über eine EARLY-LEARNING-Kompetenz. Nur so können sie Laufen, Schreiben, Fahrradfahren und tausend andere Dinge lernen.
zurück zu /
das könnte Sie auch interessieren:
Übersicht
Kraftpaket
Menschenkenntnis
Resilienz-Training

Gerüchte | ungeliebt, doch allgegenwärtig
Gerüchte | ungeliebt, doch allgegenwärtig
Gerüchte – ein Phänomen, welches Menschen in allen Ländern, Berufen und Gesellschaftsschichten betrifft.
Gerüchte gehören zum Alltag (man will eigentlich nicht mit ihnen, aber man kann irgendwie auch nicht ohne sie). Sie sind im menschlichen Miteinander unvermeidlich. Und …wir alle verbreiten Gerüchte!
Die Frage, die wir uns aber stellen müssen, ist, WELCHE Kettenreaktionen werden in Gang gesetzt und WIE können Gerüchte gelenkt werden.
Der üble Beigeschmack von Gerüchten sind die destruktiven, despektierlichen, würdelosen und manchmal auch nur gedankenlose Impulse die zu vernichtenden Kettenreaktionen führen. Konstruktiv gelenkt, können aber auch Gerüchte zu einem aufbauenden Miteinander beitragen und Menschen, Teams und Unternehmen enger zusammenwachsen lassen.
Wie entstehen Gerüchte?
Wir tratschen, weil wir gerne Nähe zu unseren Mitmenschen aufbauen. Es ist ein menschliches Urbedürfnis, mit anderen zu kommunizieren, um uns hierdurch individuelle Bedürfnisse zu erfüllen. Die Gründe sind vielfältig. Manchmal ist es einfach nur Anerkennung was wir suchen, weil wir etwas wissen, was niemand sonst weiß. Vielleicht ist es auch der Wunsch nach persönlichem Austausch oder Bestätigung, was wir wollen. Manchmal haben wir aber auch strategische Gründe, die uns dazu veranlassen über etwas zu sprechen.
Die Hauptzutat für ein Gerücht sind Informationen. Informationen die weitergegeben werden. Objektivität spielt hierbei nur bedingt eine Rolle. Denn die Informationen, die wir weitergeben sind zum einen nie vollständig und spiegeln zum andern häufig auch nicht annähernd die Realität wieder.
Die bedingte Nähe zur Realität resultiert oft nicht einmal aus einer bösen Absicht heraus. Die Abweichung entsteht schon allein dadurch, wie der Mensch seine Umwelt wahrnimmt.
Wir nehmen lediglich einen kleinen Ausschnitt dessen wahr, was um uns herum geschieht. Worauf sich im Detail der Fokus unserer Wahrnehmung richtet, ist immer durch unsere bisherigen Erfahrungen geprägt. Fehlende Informationen oder Unstimmigkeiten werden schlussendlich unterbewusst durch unser Gehirn ergänzt – welches hierbei die eigenen, persönlichen Werte und Bedürfnisse als globalen Maßstab ansetzt (Anmerkung von TrautweinTraining: „man erkennt das schon beim Autofahren – irgendwie schafft es kein anderes Auto, die genau – für uns objektiv – richtige Geschwindigkeit zu halten. Außer es fährt zufällig genauso schnell wie wir“).
So kann es passieren, dass wir Zeugin oder Zeuge eines an sich völlig harmlosen Sachverhalts werden. Die gemachte Beobachtung wird von unserem Unterbewussten unwillkürlich bewertet – abhängig von unserer Prägung. Wird der Sachverhalt dann wiedergegeben, ist die Information schon durch unsere Prägung neu eingefärbt. Wir geben eine Verzerrung der Realität, auf Basis unserer Werte und Bedürfnisse, wieder.
Die eigenen Erfahrungen entscheiden hierbei über die ablaufenden Kettenreaktionen.
Haben wir eine „gute“ Erfahrung gemacht, so bleiben wir offen und halten neugierig nach weiteren Informationen Ausschau. Waren unsere Erfahrungen aber „negativ“, entstehen weniger angenehme Emotionen. Unsere Wahrnehmungskanäle machen „dicht“ – negativitätsverstärkende Informationen werden weiterhin aufgenommen, positive Informationen werden idR. ausgeblendet.
Diese verzerrte Informationswahrnehmung spielt natürlich auch bei unseren Zuhörer*innen eine entscheidende Rolle.
Das erklärt dann zum einen auch die teilweise absurden Ergebnisse, die beim Stille-Post-Spielen herauskommen und zum anderen die unterschiedlichen Kettenreaktionen die bei den verschiedenen Menschen in Gang gesetzt werden.
Ob diese Kettenreaktionen nun konstruktiv oder destruktiv sind, können wir auch nicht immer abschätzen – so werden manchmal auch ohne böse Absicht Gerüchte mit verheerender Wirkung in die Welt gesetzt.
Nur wie können wir kommunizieren, um das zu vermeiden?
Der erste – und schwierigste Schritt – Beobachten, ohne zu bewerten. Klingt einfach, aber da wir unser Leben lang darauf getrimmt wurden alles um uns herum zu bewerten, wird das den meisten von uns sehr schwerfallen (interessante Literatur zu diesem Thema: Gewaltfreie Kommunikation von Marshall Rosenberg).
Im nächsten Schritt gilt es das Gesehene dem Gegenüber mitzuteilen – hier können wir auf die klassischen Grundlagen des Feedback Gebens zurückgreifen.
Das Gegenüber kann so zum Wahrgenommenen Stellung beziehen – und vielleicht sogar die Situation auflösen – und damit auch unseren eigenen Fokus erweitern.
Denn erst, wenn wir unseren Fokus – den Bezugsrahmen – erweitern, können wir den Informationsgehalt realistisch bewerten und konstruktiv darüber sprechen.
Ähnlich wie bei diesem Bildausschnitt – was sehen Sie, wie würden Sie beschreiben, was Sie sehen?
Klicken Sie ihn an und erweitern Sie den Bezugsrahmen, um ein realistisches Bild zu bekommen, damit Sie wissen, worüber Sie reden.
Eine Information, die aus der Gerüchte-Küche kommt, kann „knackig“ also „gesund für uns und unser Umfeld“ sein oder sie wird „verkocht oder gar verbrannt“, dann kommt selten etwas Gutes dabei heraus.
zurück zu /
das könnte Sie auch interessieren:
Übersicht
Vortrag
Seminar
Ausbildung
Blog
Blog