By / 1st März, 2025 / Teamentwicklung / Off

Schulterschluss im Team, mit individueller Führung

Führung fällt leicht, wenn wir den Schulterschluss im Team schaffen.

Führungskräfte oder Berater*innen haben den Auftrag, die Aktivitäten von allen Beteiligten auf ein gemeinsames Ziel hin auszurichten.

Für den Erfolg entscheidend, sind sowohl der Team-Auftrag oder die Teamziele, sowie individuelle Aspekte wie Selbstmanagement, Zufriedenheit und Stimmigkeitserleben.

Was die Führungsrolle so herausfordernd macht, ist die Vielfalt an unterschiedlichen Persönlichkeiten und Emotionalitäten. Die Kunst dabei ist, alle Beteiligte so einzubeziehen, dass Schulterschluss und gute Zusammenarbeit entstehen können.


Bei aller Individualität und Verschiedenheit sind die Grundbedürfnisse der meisten Menschen sehr ähnlich.

  • Einerseits streben Menschen nach Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit.
    Andererseits brauchen wir das Gefühl von Verbundenheit mit Kolleginnen und Kollegen oder (Gruppen-) Zugehörigkeit. Das schöne Gefühl, Teil der Wertschöpfungskette zu sein.
  • Status-Sicherheit / Status-Vergleich – Wissen darüber, wo ich im Team stehe, wo ich im Vergleich zu anderen stehe.
  • Fairness – z.B. gerechter Ausgleich: Geben und Nehmen in Balance, sowie Gleichbehandlung: alle werden nach den gleichen Kriterien behandelt – die sich aber auch an den individuellen Umständen und Realitäten orientieren können.
  • Würdigung des eigenen Weltbildes – hier brauchen wir nicht nur die Würdigung bzw. die Sicherheit, dass unsere Sichtweise gesehen und respektiert wird, sondern auch eine Überschneidung des eigenen Weltbildes zu den Realitäten des Teams. Das ist Aufgabe der Führung.
  • Orientierung/ Transparenz (z.B. Rollen- und Aufgabenklarheit, Feedback, Zukunftsaussichten, Entscheidungs-Transparenz …)
     das Gegenteil davon wäre, die Beteiligten im Unklaren darüber zu lassen, was ihre konkreten Verantwortlichkeiten sind – bzw. diese sich laufend ändern – und keine eindeutigen Richtig-Falsch-Rückmeldungen zu geben. Dadurch wird jeder Mensch immer mehr verunsichert, bis hin zum Verlust des Gefühls, sich selbst als wertvoll zu erleben.

Diese Grundbedürfnisse bestimmen die Art, wie wir Entscheidungen treffen, Prioritäten setzen und kommunizieren oder Arbeiten delegieren. Wenn wir sie berücksichtigen, können wir schon viel Frieden, Stimmigkeit und Teamspirit in unser Team bringen.

Als Führungskraft, Berater*in oder Trainer*in versuchen wir aber auch individuelle Rahmenbedingungen für Selbstverantwortung und Selbstmanagement zu stellen. Zur Kunst wird Führung nämlich erst dann, wenn wir es schaffen, die natürlichen Tendenzen von Mitarbeitenden zu erkennen und gezielt in der Zusammenarbeit zu berücksichtigen.

Wenn wir die persönlichen Bedürfnisse eines jeden Einzelnen im Blick behalten möchten, wirkt dies auf den ersten Blick wie eine unlösbare Mammutaufgabe. Aber nur auf den ersten Blick.

Einen schnellen und einfachen Einstieg zur individuellen Führung bekommen wir durch die Metaprogramme, die unserem Verhalten zugrunde liegen.

Metaprogramme beschreiben die Tendenzen, wie ein Mensch Informationen aufnimmt und verarbeitet. Dies geschieht unbewusst. Ausschlaggebend sind unsere Werte und Glaubenssätze, welche sich aufgrund unserer Erfahrungen und Sozialisation entwickelt haben.

Das Spannende ist, dass sich die meisten Menschen ihrer Metaprogramme nicht bewusst sind. Trotzdem bilden diese einen wichtigen Teil der (individuellen!) Realität und Persönlichkeit.‎‎‎


Für die Zusammenarbeit extrem wichtige – aber auch leicht zu erkennende – Metaprogramme sind z.B.:

  • Vergangenheit – Zukunft: nutzt das Gegenüber bei Durchdenken der Arbeit eher Prognosen (Zukunftsaussichten) oder greift es mehr auf Erfahrungen aus der Vergangenheit zurück?
  • Hin-zu – Weg-von: stehen eher die Lösung oder das Problem im Fokus? Lässt sich das Gegenüber eher durch ein wunderbares Ziel oder die Gefahrenabwehr motivieren?
  • Detail – Überblick: beginnt das Gegenüber eine neue Arbeit zuerst mit der Betrachtung von Details oder braucht sie zunächst das Gesamtbild?
  • Proaktiv – Reaktiv: Provokant und vereinfacht ausgedrückt könnte man es folgendermaßen formulieren: 100% proaktive Menschen handeln, ohne nachzudenken, während 100% reaktive Menschen hauptsächlich nachdenken, aber nie handeln

Das gleiche gilt auch für unsere eigenen Tendenzen. Sie sind dafür verantwortlich, wie wir die Welt wahrnehmen, welche Prioritäten wir setzen und was uns ein Gefühl von Sinn und Zufriedenheit in der Arbeit schenkt.

Die Metaprogramme bilden einen sehr guten Einstieg in die spannende Welt unserer Unterschiedlichkeiten.

Für alle die tiefer gehen wollen bieten sich Persönlichkeitsmodelle an.

Allgemein unterstützen uns Persönlichkeitsmodelle beim besseren Verstehen von uns selbst und anderen Menschen im Denken, Fühlen und Handeln.

Im Vordergrund steht das Akzeptieren, dass andere Menschen einen andere Wahrnehmungsfokus haben als wir selbst. Hier können uns Persönlichkeitsmodelle dabei helfen zufriedener, mitfühlender, achtsamer und effizienter mit uns und der zwischenmenschlichen Umwelt agieren zu können – bzw. Konflikte bereits im Vorfeld zu vermeiden und Lösungen zu finden.

Für uns hat sich hierfür das Enneagramm bewährt. Das Enneagramm geht im Vergleich zu anderen Methoden (wie beispielweise die DISG und MBIT-Methode) über die „Momentaufnahme“ zum Zeitpunkt der Beobachtung hinaus. Wahrnehmung und Verhalten können je nach Stimmung und Kontext unterschiedlich ausgeprägt sein. So berücksichtigen nicht alle Methoden, ob sich Menschen in bestimmten Situationen eher ausgeglichen verhalten oder doch mal die ein oder andere Verhaltensweise zeigen.

Wir verstehen das Enneagramm als Hilfsmittel, um zwischen den unterschiedlichen Charaktertypen eine Brücke zu bauen. Eine Brücke, um sich selbst besser zu verstehen und auch um besser verstanden zu werden.

Hierzu braucht es das Wissen, um die unterschiedlichen Perspektiven von verschiedenen Menschen sowie die Offenheit und die Bereitschaft die Welt aus der Perspektive der oder des anderen wahrnehmen zu können.

Dies alles führt zur „erlösenden“ Erkenntnis, dass es nicht die EINE Wahrheit gibt, sondern VIELE Wahrheiten bzw. individuell, konstruierte Wahrheiten – je nach Ausgangslage, Fokus und entwickelter Prägung.


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